Ein Pokalfinale – oder was daraus geworden ist…

Der Halbfinalsieg gegen Oberhausen war gerade eingefahren, da fing schon die Fachsimpelei über den Austragungsort des Finales an. Auch auf unserer Tribüne hoffte man möglichst auf ein Spiel auf neutralem Grund und Boden. Doch schon am folgenden Morgen informierte die örtliche Presse über das Gerücht, dass das Spiel beim klassenhöheren Finalgegner aus Bottrop-Süd stattfinden sollte. Einige Stunden später folgte die Bestätigung durch den Fußballverband Niederrhein. Laut eben diesem stand diese Entscheidung schon seit drei Wochen fest!

Wenn wir einen Blick auf die unterschiedlichen Austragungstermine (13. März und 20. April) der Halbfinals werfen, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass mit dem ersten Finalteilnehmer, auch der Austragungsort für das Finale feste stand. Egal wie man die ins Feld geführten Argumente über Sicherheit und bessere Übertragungsmöglichkeiten für das Fernsehen nun dreht und wendet, sie können in keiner Weise stichhaltig sein für die gefällte Entscheidung. Der gewählte Weg gleicht einer Farce. Ein Fair Play predigender Verband begeht ein grobes und unsportliches Foul.

Wir als Fans des Wuppertaler SV sind solche nahezu verrückten Entscheidungen durch die Verbandsfunktionäre trauriger Weise mittlerweile fast gewohnt. Doch in diesem Fall ist eine klare Grenze überschritten worden. Dem klassenhöheren Verein wird das Heimrecht zu gesprochen, während der WSV das Nachsehen hat. Auch wir Fans werden nach aktuellem Stand verarscht. Die aufgeführt bessere Sicherheit, gewährleistet uns aktuell nur 4000 Eintrittskarten. Von einer fairen Kartenvergabe kann also nicht gesprochen werden. Bei Betrachtung der gedruckten Eintrittskarten, erkennt man, dass der Ruhrpottverein die Hauptorganisation übernimmt. Der Verband ist zwar offiziell der Ausrichter dieser Begegnung, aber bleibt dies mit großer Wahrscheinlichkeit nur auf dem Papier. Die Herren Funktionäre werden einen schönen Tag vor den Fernsehkameras der ARD verbringen und ihr Saubermannimage pflegen, während viele Fans sprichwörtlich in die Röhre schauen (müssen).

Wie hätte eine faire Austragung aussehen können? Zuerst wäre ein neutraler Spielort unabdingbar gewesen. Außerdem wäre ein Verteilschlüssel bei der Ticketvergabe nötig. Hierbei lassen sich positive Beispiele wie das DFB-Pokal- oder Champions League-Finale anführen. Ebenso wäre im Vorfeld eine offene und ehrliche Kommunikation durch den Verband von Vorteil gewesen.
Doch hätte der Verband wirklich fair agiert, hätte er den Finalort für den wohl prestigeträchtigsten und schwersten Landespokalwettbewerb der gesamten Bundesrepublik schon vor dem Wettbewerb angesetzt. Neutrale Orte wie Düsseldorf, Duisburg oder Mönchengladbach wären möglich gewesen und selbst wenn der Spielort Stadion Essen schon vor der Saison festgestanden hätte, wäre dies bei einer Vorankündigung in gewisser Weise fair gewesen (ähnlich wie im DFB-Pokal).

Eine Hinterzimmerentscheidung zwischen zwei Halbfinalpartien zeugt von Intransparenz und Verstoß gegen das bereits erwähnte Fair Play, welches nicht nur auf dem Platz Gültigkeit haben sollte. Doch scheinbar schlagen wirtschaftliche Komponenten wie Fernsehtauglichkeit, VIP-Plätze und ein modernes Stadion, den fairen sportlichen Wettbewerb, um den es eigentlich gehen sollte. Deshalb ist der Fußballverband Niederrhein dazu aufgerufen dringend seine Strukturen und zukünftigen Entscheidungen in jeder Form zu überdenken und transparent zu kommunizieren. Eine Entscheidung im Sinne der Sportlichkeit, Fairness und der Vereine sowie deren Fans sollte grundsätzlich höchste Priorität genießen. Das ist in der aktuell vorliegenden Situation nicht der Fall.

Trotz dieser widrigen Umstände werden wir den Weg nach Bottrop-Süd auf uns nehmen. Unsere Mannschaft und dem Trainergespann wünschen wir schon jetzt an dieser Stelle eine erfolgreiche Partie sowie einen Sieg gegen das rot-weiße Drecks-pack!

Gemeinsam zum Pokalsieg!

Horst-Szymaniak-Tribüne

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